Predigt am Sonntag Invokavit, den 21. Februar 2021, Joh 13,21-30

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
27.02.2021

Predigt am Sonntag Invokavit, den 21. Februar 2021, Joh 13,21-30

 

Als Jesus das gesagt hatte, wurde er erregt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten. Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete. Es war aber einer unter seinen Jüngern, der zu Tische lag an der Brust Jesu,…

Predigt zum Aschermittwoch, den 17. Februar 2021 Ps 51

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
19.02.2021

Schaffe in mir, Gott, ein reines Herz und gib mir einen neuen gewissen Geist. Verwirf mich nicht von deinem Angesicht und nimm deinen heiligen Geist nicht von mir. Ps 51

 

Im März des Jahres 1517, noch vor Abfassung der berühmten 95 Thesen, veröffentlichte Luther seine erste Schrift in deutscher Sprache. Es handelt sich um eine Auslegung der sieben Bußpsalmen. Schnell wurde das kleine…

Predigt am Sonntag Sexagesimae, den 7. Februar 2021

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
08.02.2021

Als nun eine große Menge beieinander war und sie aus jeder Stadt zu ihm eilten, sprach er durch ein Gleichnis: Es ging ein Sämann aus zu säen seinen Samen. Und indem er säte, fiel einiges an den Weg und wurde zertreten, und die Vögel unter dem Himmel fraßen's auf. Und anderes fiel auf den Fels; und als er aufging, verdorrte es, weil es keine Feuchtigkeit hatte Und anderes fiel mitten unter die Dornen; und die Dornen gingen mit auf und erstickten's. Und anderes fiel auf das gute Land; und es ging auf und trug hundertfach Frucht. Da er das…

Predigt am 3. Sonntag nach Epiphanias, den 24. Januar 2021, Rut 1,1-17

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
24.01.2021

Wo du hingehst, da will ich auch hingehen; wo du bleibst, da bleibe ich auch. Dein Volk ist mein Volk, und dein Gott ist mein Gott. Wo du stirbst, da sterbe ich auch, da will ich auch begraben werden. Der HERR tue mir dies und das, nur der Tod wird mich und dich scheiden. Ruth 1,16-17

 

Ich erinnere mich an drei kleine Gesprächsfetzen aus den letzten zwei Wochen. Ich…

2. Sonntag nach Epiphanias, den 17. Januar 2021

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
18.01.2021

Jedermann gibt zuerst den guten Wein und, wenn sie trunken sind, den geringeren; du aber hast den guten Wein bis jetzt zurückgehalten. Das ist das erste Zeichen, das Jesus tat. Es geschah zu Kana in Galiläa, und er offenbarte seine Herrlichkeit. Und seine Jünger glaubten an ihn. Joh 2,10-11

 

"Deutschland. Ein Wintermärchen":

Predigt 1. Sonntag nach Epiphanias, den 10. Januar 2021, Röm 12,3-4

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
11.01.2021

Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens. Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. Röm 12, 3-4

 

Predigt zu Epiphanias, den 6. Januar 2021, Jes 60,1-2

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
07.01.2021

Mache dich auf, werde licht; denn dein Licht kommt, und die Herrlichkeit des HERRN geht auf über dir! Denn siehe, Finsternis bedeckt das Erdreich und Dunkel die Völker; aber über dir geht auf der HERR, und seine Herrlichkeit erscheint über dir. Jes 60, 1-2

 

In unserem Predigttext spielt das Licht eine besondere Rolle. Vom alten Philosophen Diogenes aus dem 5. Jh. v. Chr…

Predigt zur Gründung des Kirchspiels am 2. Sonntag nach dem Christfest, den 3.1.2021, Lk 2,48-49

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
03.01.2021

Und seine Mutter sprach zu ihm: Mein Kind, warum hast du uns das getan? Und er sprach zu ihnen: Warum habt ihr mich gesucht? Wusstet ihr nicht, dass ich sein muss in dem, was meines Vaters ist? Lk 2,48-49

 

Tempus fugit, Christus venit, die Zeit flieht, Christus kommt. Dieses Wort, das ich kürzlich hörte, möchte ich an den Anfang des Jahres stellen. Es kann ein Leitwort für mich persönlich sein, aber auch für unsere Gemeinde das…

Christvesper am 24. Dezember 2020 Jes 11, 1-4

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
24.12.2020

Es wird ein Reis hervorgehen aus dem Stamm Isais und ein Zweig aus seiner Wurzel Frucht bringen. Auf ihm wird ruhen der Geist des HERRN, der Geist der Weisheit und des Verstandes, der Geist des Rates und der Stärke, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des HERRN ... Er wird nicht richten nach dem, was seine Augen sehen, noch Urteil sprechen nach dem, was seine Ohren hören, sondern wird mit Gerechtigkeit richten die Armen und rechtes Urteil sprechen den Elenden im Lande, und er wird mit dem Stabe seines Mundes den Gewalttätigen schlagen…

Predigt zum 4. Advent, den 19. Dezember 2020 zu 1. Mose 18,13

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
21.12.2020

" Da sprach der HERR zu Abraham: Warum lacht Sara und spricht: Sollte ich wirklich noch gebären, nun, da ich alt bin? Sollte dem HERRN etwas unmöglich sein?" (1. Mose 18,13)

 

Vorgestern erschien in der Zeitung eine Rezension über das jüngste Buch von Peter Sloterdijk. Es trägt den an sich schönen Titel "Den Himmel zum Sprechen bringen". Der Titel ist irrig. Im Grunde handelt sich um eine…

Jedem Ende wohnt ein Anfang inne

Pfarrer Dr. Ilgner
Andacht Dezember 2020/Januar 2021
23.11.2020

Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Off 21,4

Ich habe kürzlich mit einer jungen Dame gesprochen, die studienhalber weit weg, in eine andere Stadt gezogen ist. Im Nu ist alles neu und anders geworden, und zwar auf Jahre hin, wenn es gut geht. Es wird nicht wieder, wie es einst gewesen.

Aus mancher Formulierung glaubte ich herauszuhören, dass es ihr nicht ganz leicht fällt, den ersten, langen Abschnitt ihres Lebens in der…

Predigt am Ewigkeitssonntag, den 22. November 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
22.11.2020

"Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, und das Meer ist nicht mehr. 2 Und ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott aus dem Himmel herabkommen, bereitet wie eine geschmückte Braut für ihren Mann. 3 Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden seine Völker sein, und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; 4 und Gott wird abwischen alle Tränen von…

Predigt am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, den 15. November 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
17.11.2020

Predigt am Vorletzten Sonntag des Kirchenjahres, den 15. November 2020

1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3 Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll…

Abschied und Aufbruch

15.11.2020

„Und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein; denn das Erste ist vergangen.“ Offb 21,4

Ich habe kürzlich mit einer jungen Dame gesprochen, die studienhalber weit weg, in eine andere Stadt gezogen ist. Im Nu ist alles neu und anders geworden, und zwar auf Jahre hin, wenn es gut geht. Es wird nicht wieder, wie es einst gewesen.

Aus mancher…

Gedanken zum Reformationstag, den 31. Oktober 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
31.10.2020

Wer  Schloss und Burg Colditz in unserer sächsischen Heimat besucht, hat etwa das vor Augen, was Martin Luther meinte, als er den Psalm 46 nachdichtete. Diese Burg, auf einem steilen Bergsporn erbaut, hat ihr heutiges Aussehen weitgehend zu Luthers Lebzeiten erhalten. Kurfürst Friedrich der Weise, der seine schützende Hand über den jungen Luther gehalten hat - ohne ihn wäre die Reformation sofort im Keim erstickt worden -, hat sie in der 1520er Jahren im Stil der Frührenaissance in ihrer heutigen Gestalt errichten lassen und als luxuriöses…

Predigt am 19. Sonntag nach Trinitatis, den 18. Oktober 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
19.10.2020

"Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit." Eph 4,22-23

 

Ich erinnere mich an eine Unterhaltung von Konfirmandinnen, die ich zufällig am Frühstückstisch mitbekam. Es ging um die Kleidung für's große Fest…

Predigt zum 18. Sonntag nach Trinitatis, den 11. Oktober 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
12.10.2020

„Das Gebot, das ich dir heute gebiete, ist dir nicht zu hoch und nicht zu fern. Es ist nicht im Himmel, dass du sagen müsstest: Wer will für uns in den Himmel fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? Es ist auch nicht jenseits des Meeres, dass du sagen müsstest: Wer will für mich über das Meer fahren und es uns holen, dass wir's hören und tun? Denn es ist das Wort ganz nahe bei dir, in deinem Munde und in deinem Herzen, dass du es tust.“ 5. Mose 30,11-14

 

Predigt am Erntedanktag, den 4. Oktober 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
08.10.2020

"Siehst du darum scheel, weil ich so gütig bin?" Mt 20,15

 

Gestern Nachmittag wanderte ich mit meiner Frau etwas in der Sächsischen Schweiz herum. Es war doch ein so ein schöner, milder Spätsommertag! Von Wehlen aus sind wir am Bärenstein vorbei nach Thürmsdorf  geschlendert. Dort stießen wir am Schloss auf eine kleine Schokolaterie,…

Gedanken zur Tageslosung am 26. September 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
27.09.2020

"Ich bin bei dir, spricht der HERR, dass ich dir helfe." Jer 30,11

 

Vor der Ostfassade der Christuskirche Dresden befindet sich eine ausdrucksstarke Plastik. Sie zeigt Christus in Gethsemane. Die Plastik gewinnt ihre Dynamik aus dem einem Widerspruch.  Einerseits ist Christus in die Knie gesunken, wie auf dem Erdboden festgehalten, niedergeschlagen in seiner Seele. Andererseits ist seine ganze Gestalt gen Himmel gerichtet,…

Gedanken zur Tageslosung am Freitag, den 18. September 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
19.09.2020

"Ich bin der HERR, der das Recht liebt und Raub und Unrecht hasst." Jes 61,8

 

Einer meiner alten Studiengenossen, den die Empörung darüber gewaltig umtrieb, dass es die Todesstrafe in den USA noch immer gibt, hatte einmal einen Geistesblitz, der ihm offenbarte, wie dieser Missstand ein für alle Mal aus der Welt zu schaffen sei. Er erörterte mir mit großer Emphase, dass es doch genüge, alle Anhänger und Verteidiger der…

Gedanken zur Tageslosung am Mittwoch, den 16. September 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
16.09.2020

"Ehre den HERRN mit deinem Gut." Spr 3,9

 

Ich kannte einmal einen jungen Mann, der mit Blick auf seine Abiturprüfung zu mir sagte: "Wenn ich das Abitur bestehe, dann stifte ich zwei nagelneue, prächtige Altarkerzen zur Ehre Gottes."

 

"Do ut des" - "Ich gebe, auf dass du mir gibst" lautet eine alte…

Gedanken zur Tageslosung am Dienstag, den 15. September 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
15.09.2020

"Abram zog aus, wie der HERR zu ihm gesagt hatte." 1 Mose 12,4

 

"Ausgesetzt im Nirgendwo. Franziska und Felix kündigten ihre Wohnung, verkauften das Auto und machten sich auf Weltreise. Ihr größtes Abenteuer: ein Fußmarsch durch die Leere der mongolischen Wildnis mit den heimischen Nomaden." So vermeldet das neue Globetrotter-Magazin (Herbst 2020, Ausgabe 19, S. 74)

Gedanken zur Tageslosung am Sonnabend, den 12. September 2020

von Pfarrer Dr. Friedrich Christoph Ilgner
12.09.2020

"Die Erde ist des HERRN und was darinnen ist, der Erdkreis und die darauf wohnen." Ps 24,1

 

Aphorismus 125 der "Fröhlichen Wissenschaft" (1882) gehört zu den rätselhaftesten Texten Friedrich Nietzsches. In ihm wird der Tod Gottes proklamiert. Die Umstände, unter denen das passiert, sind so skurril und widersprüchlich, dass man noch heute darüber rätselt, was in diesem kurzen Textstück eigentlich ausgesagt wird.