Chronologie der Christuskirche Strehlen

Das in die Dresdner Kreuzkirche eingepfarrte Dorf Strehlen hatte sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zu einem vorwiegend vom bürgerlichen Mittelstand bewohnten Vorort entwickelt, der 1892 ein Stadtteil von Dresden wurde. Seit dem 22. Januar 1890 hielt man eigene Gottesdienstes in der zu einem Betsaal hergerichteten Turnhalle der damaligen 23. Bezirksschule. Durch Abtrennung von der Kreuzkirche entstand mit dem 1. Januar 1893 die Christusparochie mit seinem ersten Pfarrer Arthur Bernhard Richter. (Mehr zur Geschichte Strehlen's: www.hjhaupt.de)

Christuskirche, Nordöstliche Turmfront nach der Erbauung 1905 Die Bauplanung für die Christuskirche begann im Jahre 1900. Voraussetzung dafür war die Aufstellung des Bebauungsplanes für Strehlen und die schenkungsweise Überlassung des Grundstückes durch seinen Besitzer. Nach der Ausschreibung des Bauvorhabens wurden die Baupläne der Architekten Schilling und Graebner ausgewählt, die sich von den historischen Vorbildern abwandten um einen neuen zeitgemäßen architektonischen Stil zu verwirklichen, der als Durchbruch eines neuen Kirchenbaustiles galt.

Am 30.06.1902 begann der Bau der stattlichen Zweiturmanlage. Die Grundsteinlegung erfolgte am 7. Mai 1903. Im Juli 1904 wurden die Schlußsteine an den Haupttürmen gesetzt. Der Innenausbau beanspruchte noch mehrere Monate. Kirchweihe wurde am 19.11.1905 gefeiert, also nach einer Bauzeit von drei Jahren und viereinhalb Monaten.

Bei den Bombenangriffen auf Dresden am 13./14. Februar 1945 fügte eine in der Nähe niedergegangen Luftmine der Christuskirche Strehlen indirekt schweren Schaden zu. Das Ziegeldach war in großen Partien abgedeckt; die farbigen Fenster waren zertrümmert. In der Not der ersten Nachkriegszeit gelang es nicht, die Schäden sofort wieder zu beheben, so daß während der folgenden Jahre der Putz, der Stuck und die Ausmalung teilweise stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. Erst 1950 wurde mit einer einfachen Ziegelabdeckung begonnen und die Kirchgemeinde wagte sich an die Neugestaltung des Innenraums. Mit der Weihe am 15.10.1951 zog die Kirchgemeinde wieder in den Raum ein.

Die Umdeckung des einfachen Ziegeldaches in ein Doppeldach konnte 1955/56 und 1962/63 nur teilwiese ausgeführt werden, so daß 1966 der Raum aufgrund der eindringenden Nässe erneut fast unbenutzbar wurde. Erst in den Jahren 1967 bis 1975 konnte dieser Mangel beseitigt werden. Von 1973 bis 1980 wurde das Kircheninnere durch Helmar Helas (1914-1981) neugestaltet, wobei er sich an dem ursprüngliche Erscheinungsbild orientierte und so weit wie möglich die historischen Formen wiederherstellte. Die Wiedereinweihung der Kirche erfolgte am 5. Oktober 1980.