Die Architektur der Christuskirche Dresden - Jugendstil

Portal ChristuskircheDie Christuskirche mit ihrem dem Elbtal zugewandten, von Kreuzen geschmückten Turmpaar und ihrer gediegenen Ausführung in Sandstein fällt auch noch heute als eigenwillige Architektur ins Auge.

Wenn man sich vom Wasaplatz der Kirche nähert, trifft man auf die Südwestfront mit dem Haupteingang. Das zweiflügelige Bronzeportal mit den Medaillonbildern Christi als guten Hirten und Sämann ist von reichem Pflanzenornamat eingefaßt, das oben in der Mitte ein Segelschiff einschließt als "christliches Symbol für den himmlischen Sinn". Aus einem nochmaligen breiten Sandsteinrahmen treten im Relief zwei bewegte Engelsgestalten hervor, dazwischen die Inschrift aus Hebräer 13,8: "Jesus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit." Über dem Portal thront in einer mit Goldmosaik ausgekleideten Nische vor einer Säulenstellung der segnende Christus. Die figürlichen Arbeiten sind Werke des Dresdner Bildhauers Peter Pöppelmann. Der plastischen Dekoration liegen hier wie am gesamten Bau der Kirche Entwürfe von Karl Gross (1869-1934) zugrunde. Die Westfront wird außerdem von zwei niedrigen, gegenüber der Fassade zurücktretenden Treppentürmen mit kuppelartigem Abschlüssen flankiert.

Kirchen-Grundriss Auch von der Seitenansicht bietet der Bau ein interessantes Bild. Aus dem kubischen Mittelbau treten im Segmentbogen die seitlichen Raumerweiterungen vor. Ihre großen Glasflächen gegliedert durch Pilaster und Bänder, bilden einen wirkungsvollen Kontrast zu den benachbarten ruhigen Sandflächen. Der reiche plastische Schmuck zeigt Engelsköpfe als Abschluß der Pilaster und die Symbole des Hirsches (Heilsverlangen), des Pelikans (die selbstopfernde Liebe Gottes) und des Schwanes (Reinheit). Über den vorderen Seiteneingängen sieht man die Taube mit dem Ölzweig im Schnabel (1. Mose 8, 10 u. 11) als Sinnbild des Friedens, zwischen den Sakristeifenstern eine weibliche Gestalt mit einem Kelch als Bild des Glaubens.

Bronzestatue des Christus in GethsemaneDie Nordseite mit den beiden 66 m hohen Glockentürmen erhebt sich auf einer Terrasse über einer Brunnenanlage, die durch vier schmiedeeiserne Kandelaber, wie auf der Westseite, ausgezeichnet ist. Zudem wurde die Anlage noch mit der Bronzestatue des Christus in Gethsemane (von Friedrich Hecht) geschmückt.

Die beiden Türme verselbständigen sich etwa in halber Höhe. Während der linke Turm die Uhr aufnimmt, zeigt der rechte das alte Strehlener Wappen (zwei gekreuzte Kornähren). Die Türme sind durch eine Galerie verbunden, unter der sich ein gewaltiger Bogen öffnet. Er umfängt ein steinernes Kreuz - darunter die Schrift: "Das Wort vom Kreuz / göttliche Kraft und göttliche Weisheit". Neben dem Bogen treten aus der Wand die Köpfe von Paulus und Luther plastisch hervor.